Spitterfall: Der größte natürliche Wasserfall Thüringens
Der Spitterfall liegt im Spittergrund bei Tambach-Dietharz, mitten im Thüringer Wald. Hier stürzt die Spitter, ein kleiner Gebirgsbach, über mehrere Felsstufen in die Tiefe. Mit rund 19 Metern Höhe gilt der Spitterfall als größter bzw. höchster natürlicher Wasserfall Thüringens. Das Wasser teilt sich dabei in mehrere Kaskaden, die besonders nach Regenfällen oder in der Schneeschmelze eindrucksvoll wirken.
Das Gebiet um den Spitterfall steht als geologisches Naturdenkmal und Teil des Naturschutzgebiets Spittergrund/Ebertswiese unter besonderem Schutz. Das sieht man dem Tal auch an: Felshänge, Teiche und ein verwunschen wirkender Bachlauf lassen fast vergessen, dass man sich in einem gut erschlossenen Mittelgebirge befindet. Wer Ruhe sucht und zugleich ein markantes Naturmotiv erleben will, ist hier genau richtig.
Beste Zeit & Erlebnis-Tipps
Am eindrucksvollsten zeigt sich der Spitterfall im Frühjahr und Frühsommer, wenn Schneeschmelze und Regen für eine kräftige Wasserführung sorgen. Im Sommer kann der Bach je nach Witterung deutlich weniger Wasser führen, bleibt aber durch den schattigen Wald und die Felsen ein lohnendes Ziel. Im Herbst wirkt das Tal mit buntem Laub besonders fotogen, im Winter können Eisbildungen an den Felsstufen für spannende Motive sorgen – dann ist allerdings die Wegbeschaffenheit mit Schnee und Glätte zu beachten.
Wanderung & Zugang: Durch den Spittergrund zum Wasserfall
Ausgangspunkt für viele Touren ist der Schützenplatz in Tambach-Dietharz, wo Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Von hier führt ein markierter Rundweg (gelbes Quadrat) durch das Spittertal direkt zum Spitterfall. Je nach gewählter Variante sind etwa 14–15 Kilometer zu wandern, was eher einer ausgedehnten Tour als einem kurzen Spaziergang entspricht.
Der Weg verläuft zunächst entlang des Bachs durch den naturnahen Spittergrund, später kann man ihn zu einer Rundwanderung über die Ebertswiese und den Bergsee erweitern.
Der Charakter der Wege ist typisch Thüringer Wald: überwiegend Forst- und Wanderwege, dazwischen wurzelige Pfade, kurze steilere Passagen und Abschnitte mit Felsuntergrund. Technisch ist die Runde für geübte Wandernde gut machbar, aber die Distanz sollte nicht unterschätzt werden. Für Familien mit jüngeren Kindern bietet sich eine (leicht) verkürzte Variante an, bei der man nur bis zum Wasserfall und auf demselben Weg wieder zurückgeht.
Unterwegs lohnt sich ein Abstecher – Wer noch Energie hat, kann den Spitterfall-Besuch mit dem malerischen Bergsee Ebertswiese kombinieren – ein kleines, aber stimmungsvolles Gewässer, das sich hervorragend für eine Rast eignet.
Steckbrief: Spitterfall
- Region / nächstgelegener Ort: Thüringer Wald, Spittergrund bei Tambach-Dietharz
- Höhe / Fallstufen: ca. 19 m, mehrere sichtbare Kaskaden
- Art: natürlicher Wasserfall, geologisches Naturdenkmal
- Schwierigkeit der Wanderung: mittel (lange Strecke, teils wurzelige und felsige Abschnitte, Trittsicherheit erforderlich)
- Weglänge (Hin- und Rückweg / Rundweg): markierter Rundweg ab Schützenplatz Tambach-Dietharz ca. 14–15 km; verkürzte Varianten zum Wasserfall möglich
- Beste Besuchszeit: Frühjahr bis früher Sommer (starke Wasserführung), Herbst für Laubfärbung; Winter nur mit entsprechender Ausrüstung
- Geeignet für: geübte Wandernde, naturinteressierte Ausflügler, Fotografie-Fans; eingeschränkt für Familien (wegen der Distanz)
- Besondere Hinweise: liegt im Naturschutzgebiet Spittergrund/Ebertswiese; bitte Wege nicht verlassen, auf Event-Hinweise und Forstarbeiten achten

Foto: (c)crimson – stock.adobe.com
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