Kleiner Wasserfall, großer Picknickplatz
Wer vom Trubel Jenas aus ins Rautal wandert, merkt schnell, wie die Stadt leiser wird. Der Weg folgt dem Steinbach, Wiesen und Gärten bleiben zurück, der Wald nimmt einen auf – und dort, wo sich ein historischer Treffpunkt der Jenaer Burschenschaften befindet, sorgt ein kleiner Wasserfall für das passende Natur-Ambiente: der Bachsturz am Burschenplatz.
Der Burschenplatz liegt im Rautal nördlich von Jena und ist ein traditioneller Treffpunkt mit Sitzgelegenheiten und Feuerstelle – umgeben von Wald und Muschelkalkhängen. Hier, direkt am Weg, stürzt der Steinbach über eine Steilstufe hinab und bildet einen kleinen Wasserfall, der das leise Grundrauschen für den Platz liefert.
Es handelt sich nicht um einen hohen, spektakulären Fall, sondern eher um eine markante Kante im Bachlauf. Vor allem nach Regen oder im Frühjahr wirkt der Wassersturz lebendig, spritzt über Felsen und Steine und sorgt für eine angenehm kühle, frische Atmosphäre. Die Kombination aus Waldlicht, Bach und Rastplatz macht den Burschenplatz zu einem beliebten Ziel für kurze Ausflüge und Pausen auf längeren Wanderungen.
Beste Zeit & Erlebnismomente
Das Rautal hat das ganze Jahr über Reiz, aber ein Höhepunkt ist zweifellos die Winterlings-Blüte:
Herbst: Färbende Laubbäume, weiches Licht und die Muschelkalkfelsen bilden eine besonders stimmungsvolle Kombination.
Februar bis März: Tausende leuchtend gelbe Winterlinge bedecken den Waldboden – ein außergewöhnliches Farberlebnis, zum dem auch der plätschernde Bach und der Wasserfall am Burschenplatz ihre Kulisse beitragen.
Frühling / Frühsommer: Der Wald wird sattgrün, der Bach führt meist ausreichend Wasser, der Wasserfall wirkt lebendig und frisch.
Sommer: Angenehm schattig, ideal für kühlere Wanderungen abseits offener Hänge.
Durch das Rautal zum Burschenplatz
Das Rautal ist ein schmales Tal, das sich vom Jenaer Norden in Richtung Closewitz zieht. Bekannt ist es vor allem für die großen Bestände an Winterlingen, die im späten Winter und frühen Frühling ganze Flächen in ein gelbes Blütenmeer verwandeln.
Mehrere Jenaer Wanderwege führen durch das Tal und binden den Burschenplatz mit ein. Eine schöne Variante ist die geführte oder selbst geplante Wanderung auf Abschnitten der SaaleHorizontale bzw. der Jenaer Wanderwege, z. B.:
- Start im Jenaer Zentrum oder an einer Haltestelle im Norden
- Aufstieg über Landgrafen/Napoleonstein mit weiten Ausblicken über die Stadt
- Weiter über den Windknollen und den Naturkundehain Closewitz
- Abstieg ins Rautal und entlang des Steinbachs in Richtung Jena
Auf diesem Weg erreichst du den Burschenplatz als Raststation im Tal. Direkt dort stürzt der Bach über eine Steilstufe, und ein Picknickplatz lädt zur Pause ein. Die Wege sind überwiegend gut begehbar: Waldwege, teils schmale Pfade, moderate Steigungen. Technisch ist die Tour nicht schwierig, doch die Gesamtlänge einiger Rundtouren kann mit 10–15 Kilometern durchaus als ausgedehnter Wandertag gelten.
Wer es kürzer mag, kann vom Jenaer Norden oder von Parkplätzen im Bereich Heiligenberg/Rautal starten und nur das Tal mit Burschenplatz und Winterlingsflächen erkunden. Damit wird der Wasserfall zu einem lohnenden Ziel auch für einen halben Tag oder einen längeren Spaziergang.
Je nach Jahreszeit kann der Bach deutlich unterschiedlich viel Wasser führen. Nach längeren Trockenphasen ist der Fall eher ein ruhiges Plätschern, nach Regen deutlich kräftiger. Feste Schuhe sind empfehlenswert, da die Wege im Wald, insbesondere nahe am Bach, bei Nässe glatt werden können.
Da der Burschenplatz ein Rastplatz ist, eignet er sich gut für ein Picknick – allerdings immer mit Blick auf Rücksicht und Sauberkeit: Müll wieder mitnehmen, Feuerstellen nur im Rahmen der geltenden Regeln und Hinweise nutzen, und sensible Bereiche (insbesondere die Winterlingsflächen) nicht betreten.
Steckbrief: Kleiner Wasserfall am Burschenplatz im Rautal
- Region / nächstgelegener Ort: Rautal nördlich von Jena, Nähe Stadtteil Zwätzen
- Höhe / Fallstufen: kleiner Bachsturz über eine Steilstufe im Steinbach; Fallhöhe im niedrigen Meterbereich
- Art: natürlicher Bachabsturz in bewaldetem Tal, direkt an einem historischen Rast- und Treffpunkt
- Schwierigkeit der Wanderung: leicht bis mittel (je nach gewählter Runde; Rautal selbst eher einfach, An- und Abstiege über SaaleHorizontale und Hochflächen moderat)
- Weglänge (Hin- und Rückweg / Rundweg): kurze Spaziergänge im Rautal ca. 2–5 km; größere Runden mit SaaleHorizontale/Windknollen/Napoleonstein 10–15 km
- Beste Besuchszeit: Spätwinter/Frühjahr zur Winterlingsblüte; Frühjahr bis Herbst für angenehme Waldwanderungen
- Geeignet für: Genusswandernde, Familien, Jena-Besucher, die Natur und Stadtgeschichte kombinieren möchten, Fotografie-Fans (Winterlinge, Wald, Bach)
- Besondere Hinweise: : Winterlingsflächen sind sensibel – bitte auf den Wegen bleiben; am Burschenplatz gibt es Picknickmöglichkeiten, dennoch „Leave no trace“ beachten

Foto: (c)Marrow83 – stock.adobe.com
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