Thüringer Schlösser

Schlösser und Gärten in Thüringen

Thüringer Kleinstaaterei und ihr kulturelles Erbe

Der Freistaat Thüringen kann sich eines über viele Jahrhunderte gewachsenen Reichtums an wunderbaren Schlössern, Burgen, Parkanlagen und Gärten rühmen. Dies ist natürlich kein Resultat heutiger Tourismusplanung, sondern geht auf die ansonsten gar nicht immer so ruhmhafte Kleinstaaterei in Deutschland zurück. Diese hatte in Thüringen bis zum Jahr 1920 Bestand.

Ein Ergebnis dieser über Jahrhunderte gewachsener und vererbter Fülle an Kleinstaaten sind zahlreiche Architekturdenkmale, die es in dieser Dichte kaum noch einmal irgendwo in Europa gab oder gibt. Während die Herrschenden der damaligen Tage oft ihre Macht verloren oder teilen mussten überlebten Schloss, Burg, Kultur und Kunst.

Während Thüringen, ähnlich wie das südliche Hessen, durch die vielen Kleinstaaten auf der Landkarte der herrschenden Fürsten wie ein geflicktes Stück Stoff wirkte waren die angrenzenden Länder Bayern, Kursachsen und Preußen jeweils mit großen Territorien unter einer Herrschaft gesegnet.

Den Machtanspruch der ehemaligen zersplitterten Herrscher und den damit verbunden Hang nach Prunk und Reichtum kann man heute als Besucher und Tourist zu interessanten Ausflügen in die Thüringer Landschaft von Burgen und Schlössern nutzen. Auch wenn ein Teil der Schlossbauten nicht mehr in ihrer alten Pracht zu sehen ist so ist doch eine beachtliche Anzahl der ehemals herrschaftlichen Sitze in einem bemerkenswerten und prachtvollen Zustand. Einige der Schlösser Thüringens beherbergen heute Kunst- und Büchersammlungen und sind Gastgeber ständiger oder temporärer Ausstellungen.

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Viele der kunsthistorisch und architektonisch wertvollen Schlossanlagen sind von schön angelegten Parks umgeben.

Herrschende Geschlechter in der Geschichte

Als sich am 1. Mai 1920 eine Reihe von Kleinstaaten zum Freistaat Thüringen zusammen schlossen wurde damit eine viele Jahrhunderte anhaltende Geschichte von Kleinstaaterei ersten Grades beendet. Eine lange Periode des Spiels um Macht, Anerkennung, Ruhm und Größe der Fürsten und Herrscher fand ein vorläufiges Ende. In den Jahren vorher gab es immerhin in Thüringen noch 20 kleine Regentschaften, die fast allesamt eine eigene Residenz und ein entsprechendes Schloss hielten.

Ab 1920 wehte dann allerorts das Thüringer Wappen, das sieben silberne Sterne auf rotem Grund zeigt. Es verschwinden auch die zahlreichen Residenzen als Regierungsorte und Weimar wird zur Landeshauptstadt von Thüringen erklärt.

Man sieht sie aber heute noch – die Zeichen und Wappen der ehemaligen Herrscherhäuser. Wer sind die damals in Thüringen herrschenden Familien gewesen, die man doch auch eher in Sachsen vermutet hätte?

Dazu gehört in erster Linie ein Wappen mit dem Rautenkranz, welches dem damals dominierenden Geschlecht der Wettiner zugeordnet ist. Die beiden anderen wichtigen Adelsgeschlechter der damaligen Jahrhunderte sind die Schwarzburger und die Reußen.

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Die thüringische Residenzlandschaft

Der Begriff taucht immer wieder auf. Aber was versteht man eigentlich unter einer Residenz?

Im Allgemeinen versteht man unter „Residenzen“ den Hauptsitz bzw. den maßgeblichen Regierungsort der jeweils Herrschenden.

Die reichlich vorhandenen Staaten Thüringens brachten dementsprechend auch eine große Anzahl von Residenzschlössern hervor. Zu den wahrscheinlich schönsten und markantesten ihrer Art gehören Schloss Heidecksburg in Rudolstadt, Friedenstein in der Stadt Gotha und die Schlösser in Greiz oder Meiningen. Natürlich haben auch Städte wie Eisenach neben der weltbekannten Wartburg auch ein Stadtschloss.

Vor etwa 100 Jahren ging die Zeit der zahlreichen Herzog- und Fürstentümer in Thüringen ihrem Ende entgegen. Damit verloren auch die Residenzstädte und deren prunkhafte Schlösser ihre eigentliche Bedeutung.

Der Charme und die Anziehungskraft dieser einstigen thüringischen Zentren von Macht und Reichtum sind aber erhalten geblieben und locken jedes Jahr Hunderttausende von Besuchern in ihre Säle und Gärten

 Blühende Gärten und Schlossparks

Den Schlössern in Thüringen gehören teilweise recht beeindruckende Gärten und Parkanlagen an. Dazu gehört der Park von Schloss Altenstein nahe Bad Liebenstein, ebenso wie der Orangeriegarten am Schloss von Gotha, der wohl einer der imposantesten Barockgärten des Freistaates ist.

Weimar ist ohnehin bekannt und berühmt für seine weiten Parkanlagen und so ist es nicht verwunderlich, dass Schloss Belvedere nicht nur auf Grund des beeindruckenden Gebäudes ein Besuchermagnet ist, sondern gerade auch wegen der Orangerie und dem Park.

Schlösser und Burgen entlang der Saale

Einst schrieb ein Dichter berühmte Zeilen über die Burgen an der Saale. Stolz und kühn standen sie. Einige der Anlagen sind zerfallen, andere sind umgebaut worden. Eines der schönsten Exemplare ist das Schloss Burgk ganz in der Nähe der Talsperre und Ranis.

Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

Sie befindet sich mit ihrem Hauptsitz sicher nicht zufällig auf einem der schönsten Residenzschlösser von Thüringen. Die Stiftung hat das Ziel der Organisierung von Pflege, Sanierung und Betreuung der ihr anvertrauten Gebäude und Denkmale.

Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten gehört zu den neun staatlichen Schlossverwaltungen in Deutschland und wurde 1994 gegründet. Momentan betreut sie knapp über 30 kulturhistorisch wichtige Gebäude und Liegenschaften. Zu diesen gehören Burgen Schlösser, Klöster und andere architektonische Kulturgüter.

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