Schloss Schwarzburg

Schloss Schwarzburg

Die Schlossanlage der Schwarzburger

Thüringen kann auf eine lange und bewegte Landesgeschichte zurückschauen. Kaum eine Schlossanlage hat diese Geschichte so begleitet und mitbestimmt wie Schloss Schwarzburg. Die fast tausendjährige Geschichte Thüringens scheint sich damit fast wörtlich im Antlitz von Schwarzburg widerzuspiegeln.

So ist Schloss Schwarzburg ein wichtiger Teil in der Welt der Schlösser in Thüringen.

Einige der Gebäude aus dem Komplex der Schlossanlage Schwarzburg sind seit vielen Jahren in Restauration, aber dies lässt den Reiz der bereits fertig gestellten Teile in noch höherem Glanz erscheinen.


Ehemaliger Stammsitz der Schwarzburger

Schloss Schwarzburg war die einstige Sommerresidenz der Grafen von Schwarzburg. Dieses Adelsgeschlecht benannte sich zu jener Zeit nach dem im Tal befindlichen Ort Schwarza und sie bildeten eine der mächtigsten Thüringer Dynastien.

Die Geschichte der Herren von Schwarzburg und ihrer Vorfahren lässt sich bis ins achte Jahrhundert zurückverfolgen. Dort beginnt sie mit dem als Heiliger verehrten Gunther, dem Eremiten, und reicht bis ins Jahr 1951, als mit Anna Luise die letzte Fürstin von Schwarzburg starb.

Als die naheliegenden Orte Arnstadt und Rudolstadt den Status von Residenzstädten erreichten verlor die Anlage um Schloss  Schwarzburg ab dem 15. Jahrhundert ihre Bedeutung. Ein Brand im Jahr 1726 beschleunigte den Niedergang noch maßgeblich. Am Ende blieb für Schwarzburg nur noch die Rolle eines Jagschlosses übrig.

Zum Ende des 17. Jahrhunderts begannen Planungs- und Bauarbeiten für ein Sommerhaus, das den Adeligen zur Entspannung und Freude dienen sollte. Dieses Lusthaus bestand nach der Fertigstellung aus einer Pavillongruppe aus 3 Gebäudeteilen.

Das bekannteste Gebäudeteil ist das Kaisersaalgebäude. An dem heutigen Standort befand sich ein Vorgängerbau, der 1695 bei einem verheerenden Brand zerstört wurde. Danach wurde ein Gartenhaus konzipiert, das als Orangerie und Sommerhaus diente. Dies ist dann von 1713 – 1719 zu dem heutigen Kaisersaalgebäude umgebaut worden.

Die beeindruckenden Kaiserbilder im Saal zeigen alle diese bedeutenden Personen des Geschlechts der Schwarzburger in ganzfigürlicher Abbildung. Am Ende des 19. Jahrhunderts diente der Raum dann zur Bewirtung bei festlichen Anlässen.

Nach vielen Jahrzehnten kleinerer Umgestaltungsarbeiten sollte das Kaisersaalgebäude während der Herrschaft der Nazis sogar abgerissen werden, da man sich für eine Nutzung des Hauses als Reichsgästehaus entschieden hatte. Diese Pläne wurden aber glücklicherweise nicht mehr umgesetzt.

Der barocke Schlossgarten

Der Schlosspark der Anlage befindet sich direkt vor dem markanten Gebäude mit dem Kaisersaal.

Unter Leitung der Thüringer Stiftung Schlösser und Gärten ist in den letzten Jahrzehnten die Grundstruktur des Gartens wieder der aus der Mitte des 18. Jahrhunderts angepasst worden.

Ein historisches Original eines Gartenplanes aus jener Zeit diente für die aktuelle Gestaltung als Grundlage.

Schloss Schwarzburg in reizvoller Landschaft

Die barocke Schlossanlage Schwarzburg befindet sich auf einem langgezogenen Felssporn über dem gleichnamigen Ort im Schwarzatal. Die romantische und waldreiche Umgebung hat die Region zu einem beliebten Wander- und Ausflugsgebiet werden lassen.

Es gibt zu jeder Jahreszeit Gelegenheit für Wanderungen und Ausflügen. Frühling und Sommer lassen das Tal und die Ufer der Schwarza in den bunten Farben der zahlreichen Pflanzen und Blüten erstrahlen, der Herbst verwandelt es in ein strahlendes Meer von goldenen und roten Farben.

Die beliebte Schwarzatalbahn ist nicht sehr weit vom Schloss entfernt und lädt zu einer  Fahrt durch die wunderbare Landschaft dieses Teiles von Thüringen ein.