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Thüringen – das Land der Dichter und Denker

Thüringer Persönlichkeiten der Geschichte


Der Freistaat Thüringen gehört von der Fläche her heute eher zu den kleineren Bundesländern in Deutschland. Wenn man sich allerdings die künstlerischen und wissenschaftliche Werke anschaut, die in Thüringen über Jahrzehnte und Jahrhunderte entstanden sind dann wirkt das Land doch wie ein Riese.

Thüringen, besonders die Regionen um Erfurt, Jena und Weimar, haben schon immer die großen Geister der Nation angezogen. Die Schaffens- und Lebensbedingungen waren und sind optimal, um kreative, wissenschaftliche und kulturelle Höchstleistungen zu bringen. Nicht umsonst wird Thüringen als das Land der Dichter und Denker bezeichnet.

Die großen Namen und deren Erbe begegnen uns in Thüringen auf Schritt und Tritt. Man muss manchmal schmunzeln, aber es gibt wohl kaum einen Ort im Freistaat, der sich nicht in irgendeiner Form mit Johann Wolfgang von Goethe in Verbindung bringt. Mittlerweile ist sogar schon fast in Vergessen geraten, dass der Dichterfürst im hessischen Frankfurt geboren wurde. Nicht nur in Quizshows wird oftmals fälschlicherweise Weimar als Geburtsortsort von Goethe genannt. Die Wirkungsstätte Goethes, die thüringische Stadt Weimar, wird einfach mit dem kompletten Leben des Geheimrates, Dichters und Wissenschaftlers gleichgesetzt.

Neben Johann Wolfgang von Goethe gab und gibt es aber noch zahlreiche bekannte Namen und Persönlichkeiten, die untrennbar mit Thüringen verbunden sind. Der Streifzug durch das Land der Dichter und Denker beginnt. Aber er beginnt auch wieder mit dem Dichterfürsten.

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Johann Wolfgang von Goethe

Wenn man von wichtigen und bekannten Persönlichkeiten spricht, deren Wirkungskreis hauptsächlich Thüringen war oder ist, dann wird diese Liste meist an erster Stelle von dem deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe angeführt. Ihm gebührt diese Ehre und so soll es auch in dieser Übersicht sein.
Im Jahr 1749 in Frankfurt geboren verbrachte er seine Jugendjahre in Hessen bevor 1775 nach Weimar umzog. Er liebte Weimar und die Stadt liebte auch ihn. Bis zu seinem Tode im Jahr 1832 lebte und wirkte er hier. Von hier aus unternahm er zahlreiche Touren und Reisen in Thüringen und auch weit über die Landesgrenzen hinaus.
Neben Weimar waren in der näheren Umgebung besonders Jena, Ilmenau und Großkochberg wiederholende Ziel seiner Ausflüge.
Er wirkte aber nicht nur als Dichter und Autor zahlreicher Werke. Bereits im Alter von 27 Jahren wurde Leiter der Bergwerkskommission für Ilmenau. Er wurde Geheimrat, beschäftigte sich mit der Farblehre und war auf vielen wissenschaftlichen und künstlerischen Gebieten unterwegs.
Das heutige Thüringen hat ihm viel zu verdanken und in vielen Broschüren und Büchern taucht er fast wie eine Werbeikone für den Freistaat auf.

Friedrich von Schiller

Die beiden Namen muss man fast immer in einem Atemzug nennen, wenn es um die klassische deutsche Nationalliteratur geht. Der bereits mehrfach erwähnte Johan Wolfgang von Goethe war eng mit seinem jüngeren Freund Friedrich von Schiller verbunden, auch wenn diesem nicht die lange Schaffenszeit seines väterlichen Freundes vergönnt war.

Schiller lebte von 1799 bis zu seinem Tod in Weimar. Die vorhergehenden Jahre verbrachte er in Jena, wo als Professor an der dortigen Universität arbeitete. In Jena feierte er auch seine Hochzeit mit Charlotte von Lengefeld, die er in Rudolstadt kennen und lieben gelernt hatte.

Johann Sebastian Bach

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Der im Jahr 1685 in Eisenach geborene Sohn einer Musikerfamilie war eines der größten musikalischen Genies, das die Welt hervorgebracht hat.
Johann Sebastian Bach hat ein künstlerisches Erbe hinterlassen, das seinesgleichen sucht. Niemand hat es wohl besser ausgedrückt, als ein weiteres Genie der Musik. Ludwig van Beethoven sagte einst über den begnadeten Musiker: „Nicht Bach, sondern Meer sollte er heißen wegen seines unendlichen, unausschöpflichen Reichtums von Tonkombinationen und Harmonien.“
Über Stationen in Thüringer Orten wie Eisenach und Ohrdruf ging er in den Norden Deutschlands nach Celle und Hamburg, ehe er im Jahr 1714 nach Weimar kam. Hier wurde er Hofkapellmeister und kam dann über eine ähnliche Anstellung in Köthen nach Leipzig, wo er im Amt des Thomaskantors sein Lebenswerk krönte.

Mit den Thüringer Bachwochen ehrt der Freistaat in jedem Jahr seinen berühmten Sohn.

Martin Luther

Nicht nur durch seine Zeit auf der Wartburg ist der im Jahre 1483 geborene Martin Luther eng mit Thüringen verbunden: In den Jahren von 1498 bis 1501 verbrachte der Begründer des Protestantismus einen großen Teil seiner Schulzeit in Eisenach. Die Jahre 1505 bis 1511 brachten ihn wieder nach Thüringen, als er Mönch im Erfurter Augustinerkloster wurde.

Die Zeit auf der Wartburg in den Jahren 1521 und 1522 ist den meisten Geschichtsinteressierten bekannt. Hier übersetzte Martin Luther in nur zehn Wochen das Neue Testament aus dem Griechischen. Dadurch konnte erstmalig auch der wenig gebildete und einfache Teil des deutschen Volkes die Inhalte und Ziele der Bibel lesen und verstehen.

Carl Zeiss

Wenn man sich die heutige Industrielandschaft in Thüringen anschaut dann sticht eine Stadt wie ein Leuchtturm der Wissenschaften und Optik darin hervor. Diese Stadt ist Jena und sie hat einen großen Teil des heutigen Weltrufs dem in Weimar geborenen Carl Zeiss zu verdanken.

Der Mechaniker Carl Zeiss begann sein Arbeitsleben mit einer kleinen Werkstatt und betreute unter anderem auch Geräte der Sternwarte der Jenenser Universität. Ernst Abbe, der Direktor der Sternwarte und gleichzeitig begnadeter Physiker imponierte der Erfindergeist und das technische Vermögen von Carl Zeiss. Er unterstützte den Feinmechaniker Zeiss mit wissenschaftlichem und wirtschaftlichem Rat und beide legten damit den Grundstein für ein leistungsfähiges optisch-technisches Unternehmen, das sich in kurzer Zeit einen nachhaltigen Weltruf erarbeitete.